Photographischen Gesellschaft in Wien
Bereits um 1840 gab es in Wien regelmäßige Versammlungen von Freunden der Photographie in dem Atelier des Malers und Daguerreotypisten Fritz Schuh im Fürstenhof auf der Landstraße. Der „Fürstenhofrunde“ gehörten unter anderem an: Joseph Berres, Andreas Ritter von Ettingshausen, Franz Kratochwilla, Anton Georg Martin, Johann und Joseph Natterer, Joseph Petzval und Peter Friedrich Ritter von Voigtländer. Dieser produktive Kreis von Gelehrten, Künstlern, Amateuren und frühen Professionellen hatte sich zum Ziel gesetzt, die junge Photographie, die alle gleichermaßen faszinierte, zu betreiben, zu fördern und zu vervollkommnen. In der Beatrixgasse 19A, im 3. Wiener Gemeindebezirk, wurde eine Gedenktafel zur Erinnerung an die „Fürstenhofrunde“ angebracht. Aus dieser Gemeinschaft ist am 22. März 1861 die Photographische Gesellschaft Wien hervorgegangen.
1861 - 1895
1861: Gründung der „Photographischen Gesellschaft“ am 22. März durch Anton Georg Martin in der Akademie der Wissenschaften; Neben regelmäßigen Versammlungen, Vorträgen und Ausstellungen erforscht die Gesellschaft weitere photographische Techniken.
1864: 1. Ausstellung der PhG im Dreherhof in Wien; Geburtsstunde der legendär gewordenen Vereinszeitschrift „Photographische Correspondenz“, die jedoch nach dem Tod ihres letzten Herausgebers Dr. Othmar Helwich im Jahr 1972 eingestellt werden musste.
1868: Friedrich v. Voigtländer spendet der PhG einen Betrag von 5400 Florentiner Gulden, damit mit den jährlichen Zinsen des Betrages hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Photographie ausgezeichnet werden. Ihm zu Ehren wurde die Voigtländer Medaille eingeführt, die je nach Schwierig- oder Wichtigkeitsgrades der Preisaufgabe in Gold, Silber oder Bronze verliehen wurde.
1873: Die erste goldene Voigtländer Medaille wird an den Münchner J. B. Obernetter für sein Verfahren der Negativvervielfältigung verliehen.
1876: Als Ergänzung zur Voigtländer Medaille wird die Gesellschaftsmedaille eingeführt, die ebenfalls in Gold, Silber und Bronze verliehen werden kann. Diese Auszeichnung können auch Nichtmitglieder erhalten.
1885: Ausstattung eines Labors mit modernsten photographischen Geräten, welches an Josef Maria Eder, einem jungen Dozenten für Photochemie an der Technischen Hochschule Wien und Mitglied der PhG, übergeben wird.
1888: Josef Maria Eder gründete am 1. März die erste Photofachschule Europas, die „K. K. Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Reproduktionsverfahren“ in Wien (die heutige Graphische Bundes- Lehr und Versuchsanstalt). Sie ist bis heute der Vereinssitz der PhG.
1895: Einführung der Jubiläumsmedaille, die eigentlich nicht als Preis, sondern als ehrende Anerkennung für eine 25- oder 50-jährige Mitgliedschaft verliehen wird.
1906 - 1932
1906: Kaiser Franz Joseph bewilligt der PhG die Bezeichnung „Kaiserlich Königlich“ im Titel. Die Republik Österreich bestätigt die Auszeichnung indem das Bundeskanzleramt der PhG zwei Jahre später die Führung des Bundeswappens genehmigt.
1926: Der gesamte Sammlungsbestand der PhG der von photographischer Literatur und Lichtbildern bis hin zu photographischen und optischen Geräten aller Art reicht, wird der Bibliothek der „Höheren Graphischen Bundes- Lehr und Versuchsanstalt“ übergeben;
1928: Ab diesem Zeitpunkt werden die monatlichen Versammlungen nicht mehr in der Akademie der bildenden Künste, sondern in „der Graphischen“ in der Westbahnstraße 25, 1070 Wien abgehalten.
1932: Nach jahrelangem Bemühen der PhG setzt das Bundesministerium für Unterricht endlich neue Sachverständigenkollegien für das Urheberrecht an Photographie in Österreich ein.